Lotterie und Sportwetten – Geschichte und Zusammenhänge


Photo by Black ice, CC0 Public Domain

Die meisten von uns hegen große oder kleine Träume, die wir uns im Falle eines Lottogewinns oder einer gewonnenen Wette erfüllen würden. Unabhängig von Land und Sprache spielen Menschen tagein tagaus eifrig Lotto und schließen Wetten ab, um den großen Gewinn zu landen und auch, um sich zu amüsieren. Aber woher kommt das Konzept vom Lottospielen und der beliebten Sportwetten überhaupt? Dieser Artikel wirft einen kleinen Blick auf die Geschichte zwei beliebter Zeitvertreibe, die miteinander verwandt sind, jedoch nicht unbedingt in Konkurrenz zueinanderstehen.

Erste Anfänge in China und Rom

Eine Variante des heutigen Lottos spielte man schon 100 v. Christus, als während der Hunnen-Dynastie in China zum ersten Mal das sogenannte Keno-Spiel eingeführt wurde. Bereits damals versuchten Staatsoberhäupter mithilfe vom Lottospiel Einnahmen für gemeinnützige Projekte zu generieren. So versuchte man damals mit Keno genug Geld für den Bau der Chinesischen Mauer und andere Staatsausgaben einzunehmen. Auch andere Ur-Zivilisationen nutzten den Lotto-Effekt, um kostspielige Vorhaben schnell in die Tat umzusetzen. Auch im alten Rom setzte man Lotterien ein, um verschiedene Reparaturen, die in der Stadt anfielen, bezahlen zu können. In Zirkusvorstellungen warfen Kaiser nummerierte Pergamentschnipsel in die Arena: Diejenigen, denen es gelang, einen Schnipsel zu ergattern, freuten sich auf Preise wie kostbare Vasen oder sogar Pferde. Der berühmt berüchtigte Kaiser Nero nutzte Lotterien häufig, um Schmuck, Gold, Silber, Villen oder Sklaven „loszuwerden“.

Lotto in Europa

Schon bald entdeckten auch europäische Kaufleute, dass sie mit Lotto große Gewinne erzielen konnten. Teure Waren wurden als Preise in Lotterieverlosungen an die Menge verteilt, während die Einsätze den eigentlichen Wert der Preise haushoch überstiegen. Das erste offizielle Lottospiel fand im Mittelalter im Jahr 1434 im niederländischen Sluis statt: Die Einnahmen wurden verwendet, um die Stadtbefestigung aufzubessern. Zehn Jahre später wurden den Teilnehmern in anderen flämischen Städten sogar Geldpreise angeboten. Staatliche Lotterien wurden damals auch zu wohltätigen Zwecken eingesetzt: In Brügge gingen die Lotterieeinnahmen einer Veranstaltung im Jahr 1966 an Obdachlose. Um ihre Gewinnchance zu erhöhen, schlossen sich viele Teilnehmer in Tippgemeinschaften zusammen. Urvater einer solchen Gemeinschaft ist der berühmte französische Philosoph und Schriftsteller Voltaire, der zum Ärgernis der französischen Regierung immer wieder neue Strategien entwickelte.

Die Entwicklung von Sportwetten

Während sich das Lottospiel immer mehr verbreitete, wurden auch Sportwetten immer beliebter. Die Geschichte zeigt sogar, dass schon die alten Griechen während der 23. Olympischen Spiele inoffizielle Sportwetten abschlossen. Die Römer übernahmen private Sportwetten kurzerhand von den Griechen; mit Untergang des Römischen Reiches verschwanden sie jedoch wieder. Erst im Mittelalter wurde bei Ritterturnieren hinter geschlossener Tür auf die vielversprechendsten Ritter gesetzt. Aufgrund der Heimlichkeit, konnten diese Wetten dem staatlichen Lotto jedoch nie den Rang ablaufen. Im 18. Jahrhundert waren Sportwetten dagegen in allermunde. In Großbritannien – wo Pferdewettrennen dazu genutzt wurden, um die Veranstaltungen selbst finanziell zu begleichen – wurden die ersten Buchmacher gegründet, die heutzutage immer noch existieren. Im Laufe der Zeit erreichten Sportwetten eine immer größere Bedeutung und erlangten in vielen Teilen Europas einen hohen Beliebtheitsstatus. Da sie die Wirtschaft beflügelten, wurden Pferdewetten in Großbritannien auch nie vom Staat verboten, obwohl dieser das Glücksspielmonopol innehielt.


Photo by Juan Salamanca, CC0 Public Domain

Lotto und Sportwetten heute

Heute gibt es zahlreiche Lotto- und Sportwetten-Varianten auf der Welt. Auch Mischformen der beiden Glücksspiele sind durchaus bekannt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz versteht man unter dem Namen „Toto“ vorwiegend Fußball-Sportwetten, die an das staatliche Lotto-System angelehnt sind. Dabei ist Fußballtoto etwas anders als sogenannte Totalisatorwetten, bei denen es sich üblicherweise um Buchmacherwetten handelt. Während beim Toto die Teilnahme über einen Einheitspreis geregelt ist, bestimmt der Tipper bei der Buchmacherwette seinen gewünschten Wetteinsatz selbst. In der Regel sind beim Toto 50 Cent pro Tippreihe zu entrichten, während die Auswahlwette 65 Cent kostet. Durch seinen starren Rahmen ist Fußballtoto für manche eine eher unflexible Variante. Spieler, die sich mehr Freiheiten wünschen, suchen sich daher einen passenden Buchmacher in Form von Wettshops oder Online-Anbietern. Buchmacher agieren als private Unternehmer, da sie nicht wie Toto zum Staat gehören. Wer nicht auf Fußball-Wetten verzichten will, kann das von Buchmachern eingeführte „Supertoto“ spielen, das dem staatlichen Toto ähnelt, aber mehr Optionen bietet.

 

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